Göttingen fit machen – Kommunale Gesundheitsinformationen effizienter nutzen

Antrag zur 40. Sitzung des Rates der Stadt Göttingen am 12. Juni 2026, eingereicht am 29. Mai 2026, hier in der überarbeiteten Fassung vom 12. Juni 2026

Antragstext

Der Rat der Stadt Göttingen möge beschließen:

1) Die Verwaltung wird beauftragt, Vorschläge zur Einrichtung einer regelmäßig stattfindenden Gesundheitskonferenz zu erarbeiten, orientiert am Vorbild der in Nordrhein-Westfalen bereits gesetzlich verankerten kommunalen Gesundheitskonferenzen.

2) Die Verwaltung wird beauftragt darzustellen, wie die jährlich im Sozialbericht veröffentlichten Gesundheitsinformationen sinnvoll erweitert und systematisch ergänzt werden können, unter Nutzung bereits vorliegender und verfügbarer Informationen.

Begründung

Nach Vorbild der in Nordrhein-Westfalen etablierten kommunale Gesundheitskonferenz soll in Göttingen ein interdisziplinäres Expertengremium eingerichtet werden. Dieses soll gemeinsam mit dem Gesundheitsamt die der jährlich anfallenden kommunalen Gesundheitsinformationen – insbesondere aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst – systematisch auswerten und darauf aufbauend fundierte Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung entwickeln.

Die bestehende Gesundheitskonferenz der Region Südniedersachsen ist strukturell anders ausgerichtet und kann diese Funktion für die Stadt Göttingen nicht übernehmen. Es besteht daher keine Doppelstruktur, sondern ein eigenständiger kommunaler Bedarf.

An der Gesundheitskonferenz können Vertreter*innen unterschiedlicher Bereiche beteiligt werden, darunter Leistungserbringer*innen, Hochschulen, politischer Gremien, Selbsthilfegruppen, Wohlfahrtsverbände, Kostenträger*innen sowie das Gesundheitsamt. Die konkrete Zusammensetzung kann flexibel gestaltet und an die Bedürfnisse der Stadt Göttingen angepasst werden.

Ziel ist es, die gesundheitliche Prävention zu stärken und die Rahmenbedingungen für Gesundheit in Göttingen nachhaltig zu verbessern. Hierfür sollen die im Gesundheitswesen erhobenen Daten gebündelt, verständlich aufbereitet und strategisch genutzt werden. Bereits heute werden Gesundheitsinformationen im Rahmen des Sozialberichts statistisch dargestellt. Ergänzend sollte geprüft werden, welche weiteren vorhandenen Daten sinnvoll integriert und zugänglich gemacht werden können, etwa die Ergebnisse der K1 Untersuchung in den 4. Klassen.

Diese erweiterte Datengrundlagen sollen als Basis für eine regelmäßig tagende Gesundheitskonferenz dienen, in der interdisziplinär fundierte Handlungsempfehlungen erarbeitet und öffentlich vermittelt werden.

Perspektivisch ist auch der Einsatz ergänzender Beteiligungs- und Monitoringinstrumente sinnvoll, wie der StadtRaumMonitor, der kostenfrei von der BIÖG (ehemals BZgA) bereitgestellt wird und die gesundheitsbezogene Zufriedenheit mit dem Lebensumfeld erfasst.

Dabei sollen insgesamt sowohl verhaltenspräventive Maßnahmen (z. B. Aufklärungs- und Informationskampagnen sowie Beratungsangebote) als auch verhältnispräventive Ansätze (z. B. gesundheitsförderliche Stadtentwicklung, Klimaanpassungsmaßnahmen und Hitzeschutz) berücksichtigt werden.

Darüber hinaus kann die Gesundheitskonferenz eine wichtige Rolle bei der Evaluation und Fortschreibung des aktuell in Bearbeitung befindlichen kommunalen Hitzeaktionsplans übernehmen.

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