Grüne warnen vor Verschlechterungen bei Bus und Taxi
Mit der für den morgigen Kreistag vorgesehenen Tariferhöhung im öffentlichen Nahverkehr sowie der geplanten Einschränkung der Bedienpflicht für Taxen drohen insbesondere den Menschen Nachteile, die auf Bus und Taxi angewiesen sind.
Grüne warnen vor Verschlechterungen bei Bus und Taxi
Unter Tagesordnungspunkt 42 der Kreistagssitzung soll die Verbandsversammlung des Zweckverbands Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) auf eine Tariferhöhung von knapp 15 Prozent zum 1. Januar 2027 vorbereitet werden. Aus Sicht der Grünen geht diese Erhöhung weit über die tatsächlichen Kostensteigerungen hinaus, sendet das falsche Signal und kommt zu einer unpassenden Zeit.
„Gerade in Zeiten steigender Mieten und Energiekosten dürfen wir den öffentlichen Nahverkehr nicht zusätzlich verteuern. Wer mehr Menschen für Bus und Bahn gewinnen will, muss attraktive und bezahlbare Angebote schaffen – und nicht das Gegenteil“, erklärt Andrea Obergöker, Kreistagsmitglied der Grünen.
Die Fraktion erinnert daran, dass der Kreistag mit der Einführung des 5-Euro-Tickets über viele Jahre bewusst den Weg zu einem attraktiveren Nahverkehr eingeschlagen habe. Statt die Fahrgäste stärker zu belasten, müsse der Bund endlich eine verlässliche Finanzierung des Deutschlandtickets sicherstellen.
Kritisch sehen die Grünen auch die geplante Neufassung der Taxenverordnung. Künftig soll die Bedienpflicht für Taxen im Landkreis nur noch von Sonntag bis Donnerstag zwischen 5 und 22 Uhr gelten.
„Gerade im ländlichen Raum wäre das eine deutliche Verschlechterung für viele Menschen“, so Obergöker.
Statt Mobilitätsangebote einzuschränken, setzt die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen auf neue Lösungen. Mit einem eigenen Antrag soll gemeinsam mit dem Taxengewerbe ein On-Demand-Verkehr entwickelt werden. Ziel ist es, die Mobilität auf der „letzten Meile“ zu sichern und gleichzeitig die wirtschaftliche Perspektive der Taxiunternehmen zu stärken.
„Wir wollen die Mobilität im Landkreis nicht abbauen, sondern weiterentwickeln. Dazu gehören bezahlbare Busverbindungen ebenso wie flexible Angebote für die letzte Meile“, so Andrea Obergöker.