
Wir verstehen unsere Gesellschaft als eine, die allen Menschen offensteht und auf den Werten der freiheitlichen demokratischen Grundordnung basiert. Göttingens Vielfalt ist eine große Stärke unserer Stadt. Alle Menschen sollen hier einen sicheren Ort finden, wo sie frei und selbstbestimmt leben können. Dafür stärken wir gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Beteiligung und gleichberechtigte Teilhabe. Wir treten Diskriminierung entschieden entgegen und bauen Barrieren ab, damit alle Menschen unsere Stadt aktiv mitgestalten können.
Teilhabe für alle!
Wir wollen Mitbestimmung stärken und mehr Transparenz in der Verwaltung schaffen. Dies ermöglicht nicht nur Teilhabe, sondern stärkt auch das Vertrauen in unsere Demokratie. Deshalb wollen wir zudem bestehende Beteiligungsformate wie das Jugendparlament, die Beiräte und die Bürger*innenfragestunde im Rat der Stadt weiter fördern sowie neue niedrigschwellige und barrierearme Beteiligungsmöglichkeiten schaffen. Wir stärken damit die Selbstwirksamkeit der Göttinger*innen, denn jede*r Einzelne ist Teil dieser Gesellschaft und verdient es, an ihrer Gestaltung beteiligt zu werden.
Um dies zu gewährleisten, ist es außerdem unerlässlich, in unsere digitale Infrastruktur zu investieren. Informationen aus der Verwaltung müssen einfacher, schneller und barrierearm zugänglich sein. Dies wollen wir direkt mit einer Beteiligungsplattform und einer Plattform für Verwaltungsdienstleistungen verbinden, um eine zentrale Anlaufstelle für unterschiedliche Anliegen der Göttinger*innen zu schaffen. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass auch analoge Zugänge erhalten bleiben. Als etabliertes Beispiel werden wir uns vollumfänglich der deutschlandweiten Behördennummer 115 anschließen.
Ortsräte bieten vielen Menschen die Möglichkeit, sich vor Ort einzubringen. Da es sie noch nicht in allen Stadtteilen gibt, möchten wir die Schaffung neuer Ortsräte in der Kernstadt nach dem Vorbild Wolfsburgs prüfen, zusätzlich alternative Beteiligungsformate schaffen sowie die bestehenden Orts- und Beiräte unterstützen. Um die niedrigschwellige Beteiligung zu stärken, werden wir Stadtteilzentren sichern und ausbauen. Alle Stadtteile sollen einen zentralen Ort haben, an dem unterschiedliche Menschen zusammenkommen, sich beteiligen und Gemeinschaft erleben können. Einsamkeit betrifft Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenslagen, u. a. Einsamkeit von Senior*innen und Jugendlichen. Durch generationenübergreifende Begegnung und starke Strukturen vor Ort wollen wir sozialer Isolation entgegenwirken.
Die Göttinger Initiativen wie das Soziale Zentrum und das Haus der Kulturen sollen besonders unterstützt und langfristig gesichert werden.
Vertrauen und Teilhabe stärken – Beteiligung und Transparenz ausbauen! Göttingen soll Beteiligungsprozesse transparenter, niederschwelliger und barriereärmer gestalten und mehr Menschen aktiv einbeziehen, um Vertrauen in politische Entscheidungen zu stärken.
Beteiligungsformate erweitern – Jugendparlament und Fragestunden ausbauen!Demokratische Teilhabe soll durch bestehende und neue niedrigschwellige Beteiligungsformate wie das Jugendparlament und regelmäßige Fragestunden in Rat und Ausschüssen weiter gefördert werden, damit unterschiedliche Perspektiven stärker in politische Entscheidungen einfließen.
Digitale Infrastruktur stärken – zentrale Plattform für Verwaltung und Information schaffen! Eine moderne, barrierearme und digitale Infrastruktur soll Verwaltungsdienstleistungen bündeln, Informationen leicht zugänglich machen und den Austausch zwischen Stadt und Bürger*innen erleichtern.
Behördennummer 115 einführen – Verwaltung einfach erreichbar machen! Die Behördennummer 115 gibt deutschlandweit Auskunft über kommunale Verwaltungsleistungen. Wir schließen uns der Nummer vollumfänglich an, um Informationen zentral abrufbar zu machen und eine niedrigschwellige Klärung per Telefon zu ermöglichen.
Räte für alle Stadtteile – lokale Demokratie stärken! Alle Stadtteile sollen Ortsräte erhalten, um lokale Anliegen besser zu vertreten, Beteiligung vor Ort zu stärken und Entscheidungen näher an den Menschen zu treffen.
Stadtteilzentren fördern – Menschen erreichen, verbinden und beteiligen! Stadtteilzentren sollen als Orte der Begegnung, Beratung und Beteiligung gestärkt werden, damit Menschen vor Ort vernetzt und unterstützt sowie gesellschaftliche Teilhabe und Gemeinschaft gefördert werden.
Wissen bündeln und in wirksames Handeln umsetzen! Wir schaffen eine Struktur für Wissenstransfer, die Expertise bündelt sowie Best Practice-Beispiele identifiziert, bewertet und auf ihre lokale Machbarkeit hin überprüft.
Vielfältige Gesellschaft!
Vielfalt und Antidiskriminierung verstehen wir als Querschnittsaufgabe in unserer Stadt. Alle Menschen sollen unabhängig von Geschlecht, geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung, Herkunft, rassistischer Zuschreibung, Religion, Behinderung, Alter oder sozialer Lage gleichberechtigt und selbstbestimmt leben können. Wir stärken den Schutz vor Diskriminierung und setzen uns für Sichtbarkeit, Akzeptanz und gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen ein.
Zu einer starken Demokratie gehört auch eine klare Haltung gegen ihre Feinde. Es bedarf dabei insbesondere mehr Arbeit an den Ursachen, die Menschen an die Ränder unserer Gesellschaft drängen. Wir müssen dafür die demokratische Resilienz unserer Stadtgesellschaft gegenüber antidemokratischen Entwicklungen und menschenfeindlichen Ideologien stärken. Einen besonderen Fokus legen wir auf die Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit, Sexismus und weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Gleichzeitig begegnen wir sozialen Ungleichheiten, Perspektivlosigkeit und Ausgrenzung durch starke Präventionsarbeit, Bildung und echte Beteiligungsmöglichkeiten. Zudem müssen wirtschaftliche Nöte erkannt und beseitigt werden. Alle Göttinger*innen sollen die Möglichkeit haben, unsere Stadtgesellschaft aktiv mitzugestalten!
Wir erkennen soziale Ungerechtigkeiten an und gehen in Göttingen konkret dagegen vor. Niemand darf zulasten marginalisierter Gruppen in unserer Gesellschaft profitieren. Damit geht einher, dass auch niemand aufgrund struktureller Benachteiligungen von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden darf. Wir werden deshalb für ein soziales und solidarisches Miteinander eintreten. Öffentliche Räume gestalten wir als Orte der Begegnung und Teilhabe, an denen Menschen zusammenkommen, sich austauschen und unsere Gesellschaft gemeinsam stärken und gestalten können. Gesellschaftliche Teilhabe und der Zugang zu kommunalen Angeboten sollen unabhängig von Nationalität, Herkunft, oder Aufenthaltsstatus ermöglicht werden. Nur durch gleichberechtigte Teilhabe, Begegnung und Mitgestaltung entsteht ein solidarisches Zusammenleben.
Vielfalt, Gleichstellung und Antidiskriminierung stärken – als verbindliche Querschnittsaufgabe in allen Bereichen! Göttingen soll Vielfalt aktiv fördern und Gleichstellung sowie Antidiskriminierung als durchgängige Prinzipien in Verwaltung, Bildung, Stadtplanung und sozialem Miteinander verankern.
Klare Haltung für Demokratie – konsequent gegen demokratiefeindliche Strömungen!Die Stadt bezieht deutlich Position, schützt demokratische Werte und unterstützt als Kommune Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus, Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einsetzen.
Echte Teilhabe ermöglichen – unterschiedliche Perspektiven einbeziehen und gemeinsam Lösungen schaffen! Teilhabe gelingt, wenn Anliegen gehört, Barrieren erkannt und konkrete Schritte zur Verbesserung eingeleitet werden. Göttingen soll Beteiligung so gestalten, dass Menschen wirklich mitgestalten können.
Soziale Ungerechtigkeit abbauen – solidarisches Miteinander fördern! Die Stadt soll soziale Ungleichheiten und strukturelle Benachteiligung verringern, Unterstützungssysteme ausbauen und ein solidarisches Zusammenleben fördern, das niemanden zurücklässt.
Öffentliche Räume stärken – Orte zum Zusammenkommen, Lernen und Wachsen schaffen! Göttingen braucht öffentliche Räume, die Begegnung ermöglichen, Austausch fördern und gemeinsames Lernen und Miteinander unterstützen – offen, barrierefrei, sicher und lebendig.
Inklusive Gesellschaft!
Göttingen ist unsere Stadt! Wir teilen sie uns und bringen alle eigene Vorstellungen davon mit, wie der öffentliche Raum gestaltet werden soll. Hier gilt es, Konflikte mit allen Beteiligten frühzeitig zu erkennen und auf Augenhöhe miteinander zu lösen. Unsere Stadt soll allen einen Raum des respektvollen Umgangs bieten. Die Gestaltung muss dabei insbesondere Menschen berücksichtigen, die von Barrieren und Benachteiligungen betroffen sind. Barrieren – physische, soziale und kommunikative – sind konsequent abzubauen, um Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten und aus allen Generationen gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.
Wir müssen berücksichtigen, dass manche öffentliche Räume von Menschen durch Unsicherheitsgefühle oder Diskriminierungserfahrungen gemieden werden, insbesondere von FLINTA*s und weiteren besonders betroffenen Gruppen. Diese Räume wollen wir durch geeignete Maßnahmen sicherer und zugänglicher gestalten. Auch müssen wir uns besser bewusst werden, wie wir mit diesen Räumen umgehen. Sauberkeit, Pflege und die daraus resultierende Aufenthaltsqualität sind ebenso als Teilhabe zu verstehen. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen in Göttingen konsequent Zugang zu öffentlichen Orten erhalten. Dafür stärken wir umfassende Barrierefreiheit und unterstützen konkrete Maßnahmen wie mobile Rampen, um auch den lokalen Handel bei der Umsetzung einzubeziehen.
Außerdem setzen wir uns für mehr öffentliche barrierefreie Toiletten in der Stadt ein, die für alle Menschen erreichbar sind. Wickelmöglichkeiten sollen selbstverständlich mitgedacht werden. Auch setzen wir uns für die kostenfreie Bereitstellung von Menstruationsprodukten auf allen öffentlichen Toiletten ein.
Respektvollen Umgang stärken – Grundlage für ein gutes Zusammenleben sichern! Göttingen soll eine Kultur des respektvollen Miteinanders fördern, damit ein solidarisches, diskriminierungsfreies und friedliches Zusammenleben gelingt.
Stadt gemeinsam gestalten – Konflikte konstruktiv lösen! Die Stadt soll Beteiligung so gestalten, dass Menschen gemeinsam Lösungen entwickeln und Konflikte transparent, fair und auf Augenhöhe bearbeitet werden.
Barrieren abbauen – gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen! Physische, soziale und kommunikative Barrieren sollen konsequent reduziert werden, damit alle Menschen gleichberechtigt teilhaben können.
Angsträume erkennen – sichere und zugängliche Orte schaffen! Räume, in denen sich Menschen unsicher fühlen oder die aufgrund von Diskriminierungserfahrungen gemieden werden, sollen identifiziert und durch gezielte Maßnahmen in sichere, zugängliche und einladende Orte umgewandelt werden.
Öffentliche Räume nachhaltig gestalten – Aufenthaltsqualität erhöhen! Göttingen soll öffentliche Räume so entwickeln, dass sie gepflegt, barrierefrei, nutzbar und nachhaltig gestaltet sind und damit zu lebendigen Orten des Zusammenkommens werden.
Öffentliche Toiletten ausbauen – mit Wickelmöglichkeiten und kostenlosen Menstruationsprodukten! Die Stadt soll ein flächendeckendes Netz an öffentlichen, barrierefreien Toiletten schaffen und dieses mit Wickelplätzen und kostenfreien Menstruationsprodukten ausstatten, um die Teilhabe für alle zu verbessern.
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8 – Offene Gesellschaft und Demokratie – Vielfalt fördern und Teilhabe stärken! [PDF zum Download]