
Als Grüne wollen wir den Verkehr in unserer Stadt klima- und menschenfreundlich gestalten. Dies bedeutet zwangsläufig, dass der Fokus auf Fuß-, Rad-, und Busverkehr liegt. Diese Mobilitätswende wird nicht nur für klimafreundlichen Verkehr sorgen, sondern auch die Lebensqualität in der Stadt deutlich verbessern. Die Sperrung von Teilen der Innenstadt während des vergangenen Weihnachtsmarktes hat gezeigt, wie entspannt, sorglos und fröhlich wir uns in unserer Stadt bewegen können, wenn wir nicht auf durchfahrende Autos achten müssen. Dieses Gefühl wollen wir in der Innenstadt noch stärker verbreiten! Zugleich ist selbstverständlich, dass viele Personen auf ihren Wagen angewiesen sind. Deshalb wollen wir Alternativen verbessern und Anreize zu ihrer Nutzung schaffen, um diese Abhängigkeit aufzubrechen. Damit schaffen wir nicht nur einen klimafreundlichen Verkehr, sondern sorgen auch für mehr Sicherheit und stärkere Teilhabe.
Gemeinsam sicher unterwegs!
Wir wollen den Verkehr in Göttingen für alle Teilnehmer*innen ungeachtet ihres Fortbewegungsmittels sicherer gestalten! Dazu wollen wir Gefahrenquellen, beispielsweise auf Kindergarten- und Schulwegen sowie in der Nähe von Senioreneinrichtungen durch Zebrastreifen, Ampeln und die stadtweite Einführung von Schulstraßen reduzieren. Außerdem werden wir mehr Tempo 30-Zonen in Wohngebieten, an Schulen und Kitas, sowie an Einrichtungen für Senior*innen schaffen, um fürmehr Sicherheit für besonders schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer*innen zu sorgen – ob jung oder alt. Dazu gehört auch die Reduzierung von Sicherheitsrisiken durch falsch geparkte Fahrzeuge, welche die Sicht für viele Menschen im Straßenverkehr versperren und Gehwege blockieren. Deshalb unterstützen wir die konsequente Durchsetzung geltenden Rechts durch die Stadt.
Dort wo ein Auto notwendig ist, möchten wir den Umstieg auf ein E-Auto erleichtern. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Mobilitätswende hin zu schadstoffarmen Antrieben sind eine gute Alltagstauglichkeit und eine gut ausgebaute Infrastruktur. Dafür sollen innovative Lademöglichkeiten wie z. B. an Straßenlaternen und Bordsteinen gefördert und als Pilotprojekte umgesetzt werden. Lieferverkehr soll möglichst mit elektrischen Antrieben stattfinden. So wird Göttingen zu einer Stadt mit frischer Luft und weniger Lärm durch Autos und Verkehr.
Unsere Straßen und Radwege befinden sich teilweise in einem schlechten Zustand. Um Abhilfe zu schaffen müssen nicht nur Müll und Scherben dauerhaft beseitigt werden, sondern auch Schlaglöcher und im Winter Schnee. Sie stellen ein großes Sicherheitsrisiko für alle Verkehrsteilnehmer*innen dar. Geh- und Radwege werden deshalb mindestens ebenso priorisiert wie Straßen. Öffentlicher Raum gehört nicht den Autos, sondern den Menschen, die jeden Tag unterwegs sind. An Orten, wo viele Menschen unterwegs sind, muss deshalb der Schutz der Menschen im Vordergrund stehen; Autos müssen entsprechend möglichst wenig Platz einnehmen. Die Stadt wird so für alle Menschen attraktiv!
Von klein auf sicher unterwegs! Kindergarten- und Schulwege gestalten wir durch Ampeln, Zebrastreifen und Schulstraßen flächendeckend sicherer. Wir fördern zudem Konzepte zur Erhöhung der Sicherheit von Kindern wie etwa einen begleiteten Kita- und Schulweg durch sogenannte Fuß-Taxis und Fahrradbusse. Straßen vor Schulen und Kindergärten sollen verkehrsberuhigt umgestaltet werden.
Tempo reduzieren = Lebensqualität erhöhen! In der Innenstadt und in Wohngebieten wird Tempo 30 zur Regel, um Verkehrslärm zu reduzieren, Unfälle zu vermeiden und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. So entsteht ein sichereres und ruhigeres Umfeld für alle Verkehrsteilnehmenden.
Autofreie Innenstadt! Wir fordern eine echte autofreie Innenstadt mit Durchfahrtskontrollen für Anwohnende und guter Erreichbarkeit für Fußgänger*innen und Radfahrende. Weniger Verkehr schafft mehr Aufenthaltsqualität, stärkt dadurch den lokalen Einzelhandel und macht die Innenstadt zu einem attraktiven Ort der Begegnung.
Geh- und Radwege freihalten! Die Stadt muss Falschparken konsequent verfolgen und so Teilhabe für alle ermöglichen. Gezielte Kontrollen sorgen für Sicherheit und reduzieren das Risiko besonders schutzbedürftiger Verkehrsteilnehmer*innen. Dabei müssen auch bewegliche Hindernisse wie Mülltonnen stärker berücksichtigt werden.
Sichere Straßen für alle! Straßen und Wege werden aktiv instand gehalten! Im Winter bekommen Fuß- und Radwege eine höhere Priorität als bisher.
Lademöglichkeiten ausweiten! Wir fördern den Ausbau von Ladeinfrastruktur und alternativen Lademöglichkeiten, etwa an Straßenlaternen.
Lieferverkehr elektrisch! Lieferverkehr soll möglichst durch elektrisch angetriebene Fahrzeuge stattfinden.
Barrieren senken und Teilhabe stärken!
Für viele Göttinger*innen bestehen durch eine Behinderung, eine gesundheitliche Einschränkung oder altersbedingt weiterhin zahlreiche Barrieren im Verkehr. Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention, die Barrierefreiheit und gleichberechtigte Mobilität als grundlegende Rechte festschreibt, wollen wir diese Hindernisse systematisch erkennen und abbauen – seien es unzureichende Gehwege, Bordsteine in falscher Höhe oder zu kurze Grünphasen.
Barrieren müssen aktiv beseitigt werden, damit alle Göttinger*innen selbstbestimmt und mobil am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Dafür ist es notwendig, die bestehende Infrastruktur konsequent zu modernisieren. Aktuelle Standards der Barrierefreiheit dürfen nicht nur für Neubauten gelten, sondern müssen auch im Bestand umgesetzt werden.
Mobilität für alle! Barrieren müssen als solche erkannt und aktiv abgebaut werden. Barrierearme Infrastruktur ermöglicht Teilhabe am öffentlichen Leben.
Infrastruktur modernisieren! Wir wollen vorhandene Infrastruktur modernisieren und in ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept integrieren.
Sicherer Heimweg! Besonders in dunklen Stunden am späten Abend fühlen sich insbesondere FLINTA*s oft nicht sicher auf dem Heimweg. Durch Einführung eines Heimwegtelefons und Wunschstopps zwischen den Bushaltestellen sorgen wir für ein wenig mehr Sicherheit.
Stadtteile besser verbinden und Wege vereinfachen! Göttingen braucht kurze, sichere und einfache Wege zwischen den Stadtteilen. Mit durchgehenden Rad- und Fußwegen, guten Anbindungen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und klaren Orientierungspunkten erleichtern wir den Alltag und stärken die Mobilität im gesamten Stadtgebiet.
GöPNV – Göttinger Personennahverkehr!
Wir machen den Bus zur echten Alternative: Mit einem verlässlichen 10-Minuten-Takt auf den Hauptlinien und einem stark erweiterten Nachtnetz für eine Erreichbarkeit rund um die Uhr schaffen wir Mobilität für alle – jederzeit und überall. Derzeit beobachten wir leider eine gegenteilige Entwicklung. Deshalb müssen wir den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB) ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Insbesondere für die Personalgewinnung und -bindung brauchen wir einen attraktiven Arbeitgeber, um eine Stärkung des Busverkehrs zu ermöglichen. Damit der Bus seltener im Stau steht, wollen wir soweit möglich Busspuren und intelligente Ampelschaltungen auf den Hauptachsen weiter fördern. Haltestellen werden wir modernisieren und barrierearm gestalten. Außerdem vollenden wir schnellstmöglich die Umstellung auf eine rein elektrische, leise und schadstoffarme Flotte und vernetzen den Nahverkehr digital mit Sharing-Angeboten sowie regionalen Park&Ride-Konzepten. Bedarfsangebote wie den Flow bauen wir aus. So sichern wir eine bezahlbare, klimaneutrale, moderne und mit dem Umland vernetzte Mobilität, die Pendler*innen und Anwohner*innen gleichermaßen den Rücken freihält. Dabei werden wir uns für eine konsequente Umsetzung des Nahverkehrsplans mit dem Landkreis einsetzen, um eine bessere Anbindung des Umlands zu gewährleisten. Um der wachsenden ÖPNV-Nutzung langfristig gerecht zu werden, arbeiten wir an einer Infrastruktur, die auch für künftige, kapazitätsstarke Lösungen auf der Schiene anschlussfähig bleibt.
Bus als echte Alternative! Wir setzen uns für ausreichend finanzielle Mittel ein, um die GöVB zu stärken und einen 10-Minuten-Takt sowie ein erweitertes Nachtnetz zu ermöglichen. Den Möglichkeiten vor Ort entsprechend wollen wir Busse im Verkehr priorisieren. So schaffen wir mit dem Bus eine echte Alternative.
Individuelle Bedürfnisse gemeinsam denken! Mit einer stärkeren Vernetzung an Park&Ride-Konzepten, Sharing-Angeboten und dem Flow Angebot machen wir den ÖPNV individuellen Bedürfnissen zugänglich.
Zukunftssicher und bezahlbar! In Zeiten von steigenden Kosten setzen wir auf zukunftssichere Technologien, durch die alle Göttinger*innen abgeholt werden.
Mobilität als Recht! Die GöVB sollen als kommunale Dienstleister auf Ticketkontrollen verzichten. Mobilität darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Dementsprechend sollen auch keine Strafanzeigen bei fehlendem Ticket gestellt werden.
Kein Auto – kein Problem!
Der Radentscheid 1 hat gezeigt, dass sich die Göttinger*innen eine Mobilitätswende wünschen. Wir werden den Radentscheid konsequent umsetzen! Für uns werden Fuß- und Radverkehr stets an erster Stelle stehen. Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sind die schutzbedürftigsten Teilnehmer*innen im Verkehr, weshalb ihre Priorisierung für die Garantie ihrer Teilhabe und Sicherheit unerlässlich ist. Mit dem Bekenntnis zur Vision Zero streben wir ein sicheres und bewegtes Göttingen ohne tödliche Unfälle im Straßenverkehr an. In hochmodernen Gesellschaften muss es möglich sein, die besondere Schutzbedürftigkeit von manchen Verkehrsteilnehmer*innen konsequent zu berücksichtigen. Wir schaffen deshalb die Voraussetzungen, um Göttingen Vision Zero zu erreichen. Dieses Vorhaben kann nur erfolgreich sein, wenn notwendige Infrastruktur aufgebaut und bestehende Infrastruktur umgebaut wird. Weiterhin bestehende Bettelampeln müssen abgebaut, sowie Geh- und Radwege vorrangig saniert werden, um die Mobilitätswende sicher zu gestalten! Wir werden zudem den gestiegenen Bedarf an sicheren Rad-Abstellmöglichkeiten decken. Diese Verantwortung muss von der Stadt übernommen werden und darf nicht durch private Anbieter monetarisiert werden! Dabei muss der höhere Platzbedarf von Lastenrädern und die Schaffung von Sammelstellen für E-Scooter mitgedacht werden. Als kommunale Akteure haben die GöVB das Potential, die Ansprüche an den ÖPNV hervorragend zu erfüllen! Deshalb streben wir einen entsprechenden Ausbau an, um auch Mobilitätsformen wie E-Scooter und Leihräder anzubieten. Dieses Angebot soll für junge Menschen kostenfrei sein, um ihnen mehr Teilhabe zu ermöglichen.
Vision Zero! Wir schaffen die Voraussetzungen, damit in Göttingen niemand mehr in Folge eines Verkehrsunfalls ums Leben kommt.
Radentscheid umsetzen! Wir werden den Radentscheid in all seinen Facetten konsequent umsetzen, um den Radverkehr sicher, schnell und bequem zu gestalten. Das umfasst vor allem die bauliche Trennung von Rad- und Autoverkehr, sichere Kreuzungen und schnelle Verbindungen fernab der Hauptstraßen.
Vorrang von Fuß- und Radverkehr! Innerhalb der Stadt haben Fuß- und Radverkehr oberste Priorität in der städtischen Verkehrsplanung. Wir verbessern die Zugänglichkeit unserer Stadt durch eine stärkere Förderung dieser Verkehrsmittel und erhöhen so die Teilhabe der Göttinger*innen am Stadtleben.
GöVB als Mobilitätsdienstleisterin! Die GöVB sollen als kommunale Verkehrsbetriebe eine führende Rolle übernehmen, indem sie ein stadtweites Leihsystem für Fahrräder und E-Scooter schaffen, das über feste Abstellstationen verfügt und gleichzeitig für junge Menschen kostenfrei ist.
Abstellmöglichkeiten verbessern! Wir werden sichere und wettergeschützte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder schaffen und Platzbedürfnisse von Lastenrädern sowie Sammelstellen für E-Scooter dabei berücksichtigen.
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3 – Mobilitätswende ermöglichen! [PDF zum Download]