Klimaneutral bis 2035

Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit und berührt alle Bereiche unseres Zusammenlebens. Ein stetig steigender CO2-Ausstoß lässt den Klimakollaps wahrscheinlicher werden und gefährdet unser Leben, unsere Gesundheit, Ernährung, Wirtschaft und Sicherheit – vor allem aber die der künftigen Generationen. Deshalb müssen wir jetzt handeln. Jede Investition in einen umsichtigen Wandel hin zu mehr klimaneutralen, bezahlbaren und sicheren Technologien sichert eine lebenswerte Zukunft für alle. Der ökologische, gesellschaftlich und wirtschaftliche Preis fürs Nichtstun wächst mit jedem Tag und bedroht Freiheit, Wohlstand, Gerechtigkeit und die Zukunft kommender Generationen. Deshalb wollen wir im Landkreis Göttingen diese Transformation gemeinsam, schnellstmöglich und sozial gerecht angehen – dies mit erneuerbaren Energien vor Ort, die am Ende allen zugutekommen.

Bis spätestens 2035 wollen wir die Energieversorgung für Strom und Wärme aus 100 % erneuerbaren Energien erreichen. Dazu braucht es Alternativen zu den immer teurer werdenden fossilen Energien, wie z.B. Gas. Wir setzen uns für eine sozial ausgestaltete Um- und Einstiegsstrategie ein, die durch kommunaleWärmepumpen-Lösungen bezahlbare Energie für alle sicherstellt.

Bürgerenergiegenossenschaften (BEGs) schaffen Energie und Wertschöpfung vor Ort und zeigen, was möglich ist, wenn Bürger*innen die Energiewende in die eigene Hand nehmen. Dies zum eigenen Wohl, zum Wohl der Region und jenseits von Konzerninteressen. Dieses Engagement wollen wir weiterhin auf allen Ebenen fördern und unterstützen. Wir wollen zudem einen Schwerpunkt auf die Energiespeicherunglegen. Denn gespeicherter Strom ist zumeist günstiger als eingespeister Strom, senkt damit jede Stromrechnung und entlastet die Netze.

Unser Ziel ist die jährliche Reduzierung des Energieverbrauchs der kreiseigenen Gebäude um jeweils 5 Prozent. Zugleich braucht es mehr PV-Anlagen auf kreiseigenen Liegenschaften. Wir werden hierzu schnellstmöglich Pläne zu Identifizierung von Potenzialflächen und zur Budgetierung und Umsetzung erarbeiten. Wir wollen PV-Anlagen mit Speichern direkt in Wohnquartieren ermöglichen und somit auch günstigem Strom für Menschen ohne Eigenheim ermöglichen. Ein Modell für Mieterstrom im Quartier im Landkreis soll gefördert werden.

Wir wollen die Digitalisierung der Energiewirtschaft und ihrer Stromnetze voranbringen und beschleunigen und setzen uns für ein schnelleres Ausrollen intelligenter Zähler, den sogenannten Smart Meter Gateways, ein. Die Zeitspanne für die Registrierung beim Netzbetreiber soll von derzeit sechs auf einen Monat verkürzt werden.

Die Energiewende scheitert zu oft an überflüssigen Hürden. Wir wollen Genehmigungsverfahrenbeschleunigen und Förderprogramme noch verständlicher gestalten. Bei alten Häusern verlieren wir gegenwärtig immer noch zu viel Wärme. Deshalb wollen wir die energetische Altbausanierung und das Sanieren mit nachhaltigen Baumaterialien noch stärker fördern. Die Angebote der Energieagentur sollen ausgebaut und das Altbauförderprogramm auch weiterhin verlässlich und auskömmlich finanziert werden. Die sozial gerechte Energiewende beginnt vielfach auf dem eigenen Balkon. Deshalb setzen wir uns für die Fortsetzung des unbürokratischen Solarförderprogramms ein. So gelingt die nachhaltige Energiegewinnung für jede und jeden, ganz ohne großen Netzausbau.

Klimaschutz, Energiesicherheit und Kostensparen gehören zusammen. Gerade deswegen wollen wir Vereine, Institutionen und Unternehmer*innenMieter*innen und Hausbesitzer*innen auch in Mehrfamilienhäuser unterstützen und mit Blick auf die mögliche Nutzung von Voll-/ Teileinspeisungen, Mieter*innenstrom, gemeinschaftliche Gebäudeversorgung und Modelle für Quartierstrom verstärkt beraten.

Wirtschaftlich, lokal und klimaneutral: Nahwärmenetze mit erneuerbaren Energien sind in dichteren Siedlungsgebieten eine Schlüsseltechnologie zur nachhaltigen Wärmeversorgung. Wir wollen sie im Landkreis aktiv vorantreiben und Kommunen bei der kommunalen Wärmeplanung, z.B. beim Einsatz von Großwärmepumpen, unterstützen.

Die freien Träger der Sozialwirtschaft möchten wir in ihren Bestrebungen hin zu mehr Klimaschutz und Energieeinsparungen unterstützen.

Ein eigenständiger Klimabeirat, aus Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Expert*innen, soll das Klimaschutzmanagement des Landkreises zukünftig begleiten.

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1 – Klimaneutral bis 2035 [PDF zum Download]