Göttingen braucht mehr Hitzeschutz: Grüne fordern zentrale Koordinierungsstelle

Göttingen kann zur Stadt werden, in der man selbst an heißen Tagen noch durchatmen kann: Mit schattigen Plätzen, kühlen Orten und grünen Pfaden, die frische Luft in die Innenstadt bringen. Die Grüne Fraktion fordert mit einem Ratsantrag im September den Hitzeaktionsplan abzuschließen und eine zentrale Koordinierungsstelle für Klimaanpassung zu schaffen. Diese soll die konkreten Maßnahmen weiterentwickeln und vor allem deren Umsetzung steuern, im Notfall die Warnkette aktivieren und als zentrale Anlaufstelle dienen.

„Stellt euch vor, Göttingen wird zur Stadt, in der alle auch im Hochsommer einladende Orte finden“, fordert Onyeka Oshionwu, Oberbürgermeisterkandidatin der Grünen. „Wenn wir dem Thema jetzt die nötige Priorität geben, Aufgaben bündeln und gut koordinieren, können wir Leben retten und langfristig eine lebenswerte Stadt für alle schaffen.“

Der Deutsche Wetterdienst hat im Juni elf Tage am Stück vor Hitze gewarnt, so lange wie noch nie. Das Robert Koch-Institut meldete bis Anfang August bundesweit 14.000 Hitzetote in diesem Sommer. „Wir sind in Göttingen in diesem Sommer glimpflich davongekommen. Aber das war Glück. Glück ist keine Vorsorge. Wenn die nächste Hitzewelle kommt, müssen wir vorbereitet sein und wissen, wer handelt und wie besonders gefährdete Menschen erreicht werden“, sagt Cornelius Hantscher, Sozialausschuss-Mitglied der Grünen. Besonders ältere, pflegebedürftige und wohnungslose Menschen sind bei großer Hitze gefährdet.

Ab 2027 verpflichtet das Niedersächsische Klimagesetz Kommunen wie Göttingen, ein Klimaanpassungsmanagement einzurichten. Der Antrag der Grünen fordert, den Hitzeschutz dabei in den Mittelpunkt zu stellen. Die Koordinierungsstelle soll Maßnahmen weiterentwickeln, Zuständigkeiten bündeln und im Notfall die Warnkette aktivieren. Gerade für Menschen, die sich bei großer Hitze nicht selbst schützen können, braucht es klare Zuständigkeiten und verlässliche Abläufe. Die dafür vorgesehenen Mittel des Landes sollten genutzt werden.

Stimmt der Rat dem Antrag zu, soll die Verwaltung bis Frühjahr 2027 erste Schritte umsetzen. So kann Göttingen besser auf zunehmende Hitze vorbereitet werden und zugleich lebenswerter und gerechter werden. Eine Stadt, in der alle auch im Klimawandel gut leben können.

Heidi Frank

Onyeka Oshionwu, Oberbürgermeisterkandidatin der Grünen

Bild: @green_layout

Cornelius Hantscher, Sozialausschuss-Mitglied der Grünen

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