
Wir gestalten Göttingen als Stadt, in der soziale Sicherheit, Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit und Teilhabe für alle selbstverständlich sind, unabhängig von Herkunft, Einkommen, Behinderung, Alter oder Lebenslage. Soziale Nachhaltigkeit, Chancengerechtigkeit und der Abbau struktureller Benachteiligungen werden zu verbindlichen Leitprinzipien kommunaler Entscheidungen. Gesundheit, Arbeit und soziale Teilhabe werden zusammengedacht, mit einem klaren Fokus auf Prävention statt Reparaturpolitik. Unser Ziel ist eine Stadt, die niemanden zurücklässt, soziale Sicherheit stärkt, Barrieren abbaut und ein selbstbestimmtes Leben für alle Menschen ermöglicht.
Göttingens Arbeitswelt fair gestalten!
Sichere Arbeit und gute Arbeitsbedingungen sind die Grundlage sozialer Teilhabe. Wir setzen uns für Tariftreue und Mitbestimmung bei öffentlichen Aufträgen ein und machen die Stadt sowie ihre Unternehmen zu Vorbildern guter Arbeit. Dazu wollen wir den regelmäßigen Austausch zwischen Verwaltung, Gewerkschaften und Wirtschaft in Begleitung der Wissenschaft etablieren. Besonders in den Bereichen Pflege, Bildung und soziale Arbeit verbessern wir die Arbeitsbedingungen. Prekäre Beschäftigung wollen wir zurückdrängen und Qualifizierung sowie Weiterbildung gezielt ausbauen. Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und die Integration in den Arbeitsmarkt unterstützen wir aktiv. Wir brauchen faire Chancen in Ausbildung, Studium und Beruf. Auszubildende und Studierende müssen gleichberechtigt behandelt werden. Wir setzen uns für bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen ein und stärken die Übergänge zwischen Schule, Ausbildung und Beruf. Gleichzeitig unterstützen wir junge Menschen bei Orientierung, Finanzierung und Antragstellung und bauen Kooperationen mit lokalen Betrieben zur Fachkräftesicherung und -gewinnung aus.
Gute Arbeit durch faire Standards, Mitbestimmung und eigene Vorbildfunktion sichern! Tariftreue, Mitbestimmung, Gleichstellung und gute Arbeitsbedingungen müssen bei öffentlichen Aufträgen verbindlich sein. Stadt und kommunale Unternehmen übernehmen eine Vorbildrolle und zeigen, wie faire Arbeit umgesetzt wird.
Austausch zwischen Verwaltung, Gewerkschaften, Wirtschaft und Wissenschaft! Ein regelmäßiger, strukturierter Dialog zwischen Verwaltung, Gewerkschaften, Wirtschaft, Wissenschaft, sozialen Trägern und weiteren relevanten Akteur*innen soll gemeinsame Strategien für Arbeitsbedingungen, Standortentwicklung und Fachkräftesicherung ermöglichen.
Übergänge zwischen Schule und Beruf verbessern und Gleichbehandlung sichern! Ausbildung und Studium sollen als gleichwertige Bildungswege anerkannt und unterstützt werden. Übergänge von Schule zu Ausbildung, Studium und Beruf werden durch gezielte Programme begleitet, damit junge Menschen unabhängig von ihren Startbedingungen klare Perspektiven erhalten.
Fachkräfte gewinnen und durch Kooperationen mit lokalen Betrieben halten und fördern! Durch enge Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen sollen gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten. Gleichzeitig werden Qualifizierungs-, Wiedereinstiegs- und Weiterbildungsangebote ausgebaut, um berufliche Entwicklung und neue Perspektiven zu fördern.
Ein solidarisches und soziales Göttingen für alle!
Wir stärken unsere soziale Infrastruktur und schaffen wohnortnahe, niedrigschwellige und diskriminierungsfreie Zugänge zu Unterstützung und Beratung. Dafür bauen wir Beratungsstrukturen nach dem One-Stop-Prinzip aus, stärken Nachbarschaftszentren und soziale Orte und fördern gezielt aufsuchende Sozialarbeit und Lotsen-Modelle. Soziale Orte, wie das geplante Soziale Zentrum, sind für uns zentral für Teilhabe und Begegnung. Armut bekämpfen wir konsequent und ermöglichen echte Teilhabe für alle, die nicht vom Geldbeutel abhängig sind. Dafür müssen wir Instrumente wie die kommunale SozialCardweiterentwickeln: Zugänge zu Sozialleistungen müssen durch gezielte Unterstützung einfacher werden.
Inklusion und Barrierefreiheit werden zu verbindlichen Strukturprinzipien unserer Stadt. Migration und Integration verstehen wir als Teilhabeaufgabe. Wir entwickeln die Ausländerbehörde zu einer Willkommensbehörde weiter und bauen Sprach- und Integrationsangebote aus. Gesellschaftliche Teilhabe und der Zugang zu kommunalen Unterstützungsangeboten sollen unabhängig vom Aufenthaltsstatus ermöglicht werden.
Wir verankern Fürsorgegerechtigkeit als weiteres Leitprinzip kommunaler Sozialpolitik. Sorgearbeit, Verantwortung für Kinder und Angehörige sowie soziale Absicherung dürfen kein Armutsrisiko sein. Ein besonderer Fokus liegt auf Allein- und Getrennterziehenden. Wir setzen uns für bessere Betreuungsangebote, faire Gebührenstrukturen und gezielte Beratung ein. Dazu gehört die Weiterentwicklung der Kitastaffel, so dass sie Belastungen realistisch abbildet und soziale Schieflagen reduziert. Schutz- und Beratungsangebote für marginalisierte Gruppen und queere Menschen werden ausgebaut.
Gleichzeitig fördern wir eine moderne und progressive geschlechtersensible Mädchen- und Frauenarbeit sowie Jungen- und Väterarbeit. Wir setzen den kommunalen Aktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention konsequent um und stärken den Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt sowie weiteren Formen geschlechtsspezifischer Gewalt. Die kommunalen Strukturen werden entsprechend der Anforderungen des Gewalthilfegesetzes weiterentwickelt. Gewalthilfeeinrichtungen, Schutzräume sowie spezialisierte Beratungs- und Unterstützungsangebote werden bedarfsgerecht ausgebaut und langfristig abgesichert. Neben dem Schutz und der Unterstützung gewaltbetroffener Menschen stärken wir Präventionsangebote sowie die Arbeit mit gewaltausübenden und gewaltgeneigten Personen.
Nachbarschaftszentren, Schutz- und Unterstützungsangebote sowie aufsuchende Hilfen ausbauen! Göttingen soll soziale Orte wie Nachbarschaftszentren sowie Schutz- und Unterstützungsangebote stärken, aufsuchende Sozialarbeit und Lotsenmodelle ausbauen und soziale Infrastruktur auch in Krisenzeiten verlässlich absichern.
Soziales Zentrum jetzt! Ein soziales Zentrum in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) bietet als konsumfreier dritter Ort allen Menschen die Möglichkeit, sich zu begegnen, einzubringen und zu engagieren. Es wird ein Begegnungsraum im Herzen der Stadt geschaffen und stellt die Bedürfnisse der Stadtgemeinschaft über die Profitinteressen einzelner Investoren.
Armutsprävention und gerechte Teilhabe fördern! Wir stärken konsequente Armutsprävention und unterstützen besonders armutsgefährdete Menschen, insbesondere Kinder, Familien, Allein- und Getrennterziehende sowie Menschen in belasteten Lebenslagen. Zugänge zu Sozialleistungen müssen vereinfacht und Fürsorgegerechtigkeit gestärkt werden.
Starke Institutionen und sichere Räume schaffen, um Vielfalt, Schutz und Antidiskriminierung zu sichern! Die Antidiskriminierungsstrukturen in Göttingen sollen dauerhaft verstetigt und als sichtbare, handlungsfähige Anlaufstellen weiterentwickelt werden. Gewalthilfestrukturen, Schutzräume sowie spezialisierte Beratungsangebote werden ausgebaut, Sicherheit im öffentlichen Raum gestärkt und Inklusion als zentrale Steuerungsaufgabe verankert.
Migration, Teilhabe und Willkommenskultur stärken! Die Ausländerbehörde soll zu einer echten Willkommensbehörde weiterentwickelt werden. Niedrigschwellige Sprach- und Integrationsangebote werden ausgebaut, um Teilhabe von Anfang an zu ermöglichen.
Sozialraumorientierung verbindlich verankern! Alle Fachbereiche sollen sozialraumorientiert und vernetzt arbeiten, um gemeinsam mit den Menschen vor Ort Bedarfe besser zu erkennen und Angebote passgenau auszurichten.
Gesundheit als Gesellschaftsfrage
Wir denken Gesundheit neu als Teilhabeaufgabe im Quartier. Niedrigschwellige und barrierefreie Gesundheitsangebote wie Gesundheitskioske und mobile Versorgung bauen wir aus und vernetzen sie stärker mit Sozialarbeit und Pflege. Die kommunale Gesundheitsberichterstattung nutzen wir systematisch als Grundlage für politische Entscheidungen. Prävention wird durch gezielte Gesundheitskampagnen gestärkt, insbesondere in den Bereichen psychische Gesundheit, Sucht und geschlechtersensible Gesundheit.
In der Drogenpolitik setzen wir auf Unterstützen statt Verdrängen. Der einstimmige Beschluss im Rat der Stadt hat gezeigt, dass es Zeit für die Einrichtung von Konsumräumen ist. Dort werden wir Drug-checking-Angebote etablieren und bauen Prävention, Beratung und zielgruppensensible Suchthilfe weiter aus. Ziel ist eine entstigmatisierende und gesundheitsorientierte Drogenpolitik. Wir bleiben dran!
Wir ermöglichen ein würdiges und selbstbestimmtes Leben im Alter. Menschen mit Pflegebedarf und pflegende Angehörige werden stärker unterstützt und niedrigschwellige Entlastungsangebote ausgebaut. Quartierspflege und gemeindenahe Strukturen fördern wir gezielt.
Gesundheit präventiv stärken! Göttingen soll Prävention in den Mittelpunkt stellen, gesundheitliche Chancengleichheit fördern und kommunale Gesundheitskampagnen stärken, damit alle Menschen frühzeitig und niedrigschwellig Zugang zu Gesundheitsangeboten haben.
Suchtprävention und Hilfsangebote modernisieren! Die Stadt soll die Weiterentwicklung zeitgemäßer Angebote der Suchtprävention, Beratung und Schadensminimierung gemeinsam mit Fachstellen fördern und aktiv vorantreiben, einschließlich der erneuten Prüfung von Konsumräumen und eines Neustarts von Drug-checking-Angeboten.
Pflege und Unterstützung im Alltag stärken! Menschen mit Pflegebedarf und pflegende Angehörige sollen gezielt unterstützt werden. Quartierspflege, gemeindenahe Strukturen und niedrigschwellige Angebote sollen ausgebaut werden, um Menschen im Alltag zu entlasten und wohnortnahe Unterstützung zu sichern.
Einsamkeit wirksam begegnen! Wir entwickeln eine kommunale Strategie gegen Einsamkeit und stärken Begegnungsorte, Quartiersarbeit sowie niedrigschwellige soziale Angebote. Einsamkeit betrifft Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenslagen. Deshalb fördern wir gesellschaftliche Teilhabe und schaffen Strukturen, die sozialer Isolation frühzeitig entgegenwirken.
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6 – Für ein solidarisches, gesundes und gerechtes Göttingen! [PDF zum Download]