Bildung auf die Eins – für eine gerechte und zukunftssichere Bildung

Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft – für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft. Bessere Bildung für alle ist eine Grundbedingung für gesellschaftliche Teilhabe und Zusammenhalt – und damit für unsere Demokratie. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass jeder Mensch in Göttingen das Recht auf Bildung realisieren kann und ihm bestmögliche Bildungschancen bereitgestellt werden. Kommunen sind zentrale Akteure*innen der Bildungspolitik. Sie gestalten die Bildungslandschaft vor Ort und sind dabei nicht nur als Schulträger zuständig für die bauliche Infrastruktur von berufs- und allgemeinbildenden Schulen. Die Kommunen sind auch verantwortlich für die Umsetzung der Ganztagsbetreuung, die Digitalisierung der Bildung, den Ausbau der Kita- und Schulsozialarbeit und fördern Familienbildung und Sozialraumorientierung von Kitas, Schulen und Jugendhilfe. Bund und Länder müssen die Kommunen bei diesen vielfältigen Aufgaben zielgerichtet unterstützen.

Als Trägerin von Krippen, Kitas und allgemeinbildenden öffentlichen Schulen und als Auftraggeberin der Leistungen freier Bildungsträger ist die Stadt Göttingen eine zentrale Akteurin für die Ausgestaltung der örtlichen Bildungslandschaft. Das gilt für das gesamte Angebot von der frühen Kindheit über die Jugend bis hin zur Erwachsenenbildung. Zusätzlich stellt sie Orte der außerschulischen Bildung zur Verfügung wie Jugend-, Familien-, Stadtteil- und Nachbarschaftszentren. Vor Ort braucht es eine gute Bildungssteuerung, die sicherstellt, dass ein abgestimmtes, qualitätsvolles Bildungsangebot und vernetztes Handeln zur Verbesserung der Lern- und Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen führt. Damit verbessern sich die Chancen, den Bildungserfolg von Einschränkungen durch die Herkunft abzukoppeln. Die Einrichtung eines kommunalen Bildungsbüros, das in enger Zusammenarbeit mit der Bildungsregion Göttingen und den vorhandenen Netzwerken in und um Schule für eine gute Abstimmung von Förderangeboten sorgt, kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Damit dies gelingt, benötigen wir eine gute kommunale Steuerung, das Überwinden von Ressort-Denken und eine enge Zusammenarbeit mit dem Land, aber auch der Universität Göttingen und der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst Hildesheim/ Holzminden/ Göttingen (HAWK) als Institutionen von überregionaler Bedeutung.

Kitas unterstützen

Wir machen uns stark für den Bereich der frühkindlichen Bildung. Kitas müssen mit ausreichend Ressourcen für alle Kinder ausgestattet sein: für Sprachförderung, für Inklusion, für einen frühzeitigen Bildungserwerb und leichteren Zugang für alle Kinder. Wir haben in unserer Stadt eine sehr bunte und vielfältige Trägerlandschaft. Die freien Kita-Träger und die Stadt als öffentlicher Träger bieten den Familien ein qualitätsvolles Angebot. Dies gilt es zu bewahren und auch weiterhin in der vorhandenen Vielfalt zu stärken. Diese Einrichtungen müssen so unterstützt werden, dass jedes Kind einen Kita-Platz finden kann.

Die Erzieher*innen werden oft durch zusätzliche Arbeit belastet; darunter leidet die pädagogische Arbeit. Hier werden wir für Entlastungen bei Verwaltung, Essensausgabe und organisatorischen Aufgaben sorgen. Zusätzliche indirekte Mehrkosten (Overhead-Kosten) werden durch die Stadt getragen. Die Beitragsstaffel für Krippen soll sozialer werden: Elternbeiträge sinken und Familien werden gezielt entlastet. Unterstützungsangebote wie der „Frühe-Kita-Einstieg“ sollen wiederbelebt werden, um insbesondere Familien mit Migrations- und Fluchterfahrung den Zugang zur Kita zu erleichtern. Der Personalmangel macht sich auch in Kitas bemerkbar und hat direkten Einfluss auf unsere Jüngsten. Hier setzen wir uns für einen Vertretungspool ein, um sicherzustellen, dass die Betreuungszeiten in den Kitas verlässlich bleiben und bei Krankheitsausfällen und Personalmangel trotzdem eine verlässliche Betreuung stattfinden kann!

Kitas bedarfsgerecht ausstatten – Zugang für alle Kinder sichern! Göttingen soll ausreichend Kita-Plätze schaffen und Einrichtungen so ausstatten, dass jedes Kind, das eine Kita besuchen möchte, dies auch kann.

Gute Arbeitsbedingungen für Erzieher*innen stärken – mehr Zeit fürs Kind, weniger Bürokratie! Erzieher*innen sollen durch Entlastung mehr Zeit für pädagogische Arbeit erhalten. Zusätzliche Overhead-Kosten übernimmt die Stadt.

Sprachförderung und frühe Bildung ausbauen – gleiche Chancen von Anfang an! Die Sprachförderung in Kitas soll gestärkt werden, um allen Kindern früh gute Bildungs- und Entwicklungschancen zu ermöglichen.

Familien entlasten – Beiträge sozial gestalten und Zugänge erleichtern! Durch die Beitragsstaffel für Krippen und sinkende Elternbeiträge entlasten wir gezielt. Wir werden Unterstützungsangebote wiederbeleben, um besonders marginalisierte Familien zu unterstützen.

Stadtweiten Erzieher*innen-Vertretungspool initiieren! Wir sichern verlässliche Betreuungszeiten, auch bei Krankheitsausfällen und Personalmangel, durch einen trägerübergreifenden Vertretungspool!

Schulen stärken

Wir leisten Unterstützung, wo sie für den Bildungserfolg nötig ist: Durch bessere Beratung bei der Schulwahl, durch mehr Schulsozialarbeit und durch Sprachförderung auch für Eltern. Oft lohnt sich ein Blick über den eigenen städtischen Tellerrand hinaus. Wir übernehmen erfolgreiche Konzepte von anderen Städten und Kommunen, um sie in der Praxis zu testen und anschließend flächendeckend für Göttingen nutzbar zu machen. Wir ermöglichen gelingende Inklusion, die keine Kinder zurücklässt: Durch ausreichende Ressourcen, aber auch eine sinnvolle Ausgestaltung für Schüler*innen mit und ohne Förderbedarf. 

Wir stellen für Schulen die Mittel bereit, die sie benötigen, um Schüler*innen und Lehrkräfte auf die Zukunft vorzubereiten: Durch moderne Gebäude, intelligenten Einsatz von Digitalisierung und eine Nutzung von KI als individuellem Lernhelfer statt als Spickzettel 2.0. Wir unterstützen den Übergang zwischen Schule und Beruf durch bessere Vernetzung und Zusammenarbeit öffentlicher und privater Träger – damit Jugendliche gut beraten ihre berufliche Zukunft gestalten können!

Wir wollen weiterhin die Umsetzung und strukturelle Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Leitbildern, in der Verwaltung und bei der Gestaltung von Bildungslandschaften und bei Schulbauten als eine wesentliche Querschnittsaufgabe fördern. In enger Verknüpfung damit wollen wir auch die Demokratiebildung und die Partizipation junger Menschen stärken, indem wir eine an Vielfalt und Kinderrechten orientierte Bildung gestalten, die das Ziel einer diskriminierungsfreien Bildung in geteilter Verantwortung von Stadt und Land verfolgt.

Bildungsangebote besser verzahnen und koordinieren! Beratung- und Unterstützungsangebote sollen gebündelt werden, damit insbesondere junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf leichter erreicht werden. Ein Bildungsbüro sorgt gemeinsam mit der Bildungsregion und bestehenden Netzwerken für abgestimmte Förderangebote und moderne Lernkonzepte.

Gerechte Zugänge für zugezogene und zugewanderte Familien schaffen! Ein qualitativ hochwertiges Beratungsangebot soll neu zugezogenen und zugewanderten Familien bei Schulplatzsuche und Bildungsfragen helfen und ihnen Orientierung im Schulsystem geben.

Schulsozialarbeit und sozialraumorientierte Bildungsplanung stärken! Schulsozialarbeit soll flächendeckend an Grund- und weiterführenden Schulen verankert werden und eng mit der sozialraumorientierten Bildungsplanung zusammenarbeiten, damit Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Inklusive und moderne Schulen ausbauen! Alle Schulen – auch Gymnasien – sollen inklusiv arbeiten können und dafür sinnvoll ausgestattet werden. Die neue Oberschule braucht eine starke Ausstattung und kommunal finanziertes Personal. Gleichzeitig sollen Sanierungen, Neubauten und digitale Ausstattung zügig umgesetzt werden.

Übergänge in Ausbildung und Beruf verbessern! Allgemeinbildende und berufsbildende Schulen, Kammern, Agentur für Arbeit und Jugendberufshilfe sollen enger zusammenarbeiten, damit kein Jugendlicher verloren geht. Stadt und Landkreis übernehmen gemeinsam Verantwortung für einen gut gestalteten Übergang Schule–Beruf.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) strukturell verankern! BNE soll in Leitbildern, Verwaltung, Bildungslandschaften und Schulbauten fest verankert werden, um nachhaltiges Lernen langfristig zu sichern.

Jugend stärken

Die Stadt Göttingen ist Träger der kommunalen Jugendhilfe und unterstützt Familien bei ihren Erziehungsaufgaben. Das meint Eltern und alle, die für die Versorgung und Erziehung von jungen Menschen verantwortlich sind. Wenn Eltern diesen nicht angemessen nachkommen können, stellt sie Hilfeangebote bereit, um für junge Menschen ein sicheres Aufwachsen zu gewährleisten. Jugendhilfe nimmt den staatlichen Schutzauftrag über den elterlichen Erziehungsauftrag wahr. Sie schützt und stärkt die Schwächsten der Gesellschaft. Zu Ihrem Auftrag gehört auch, Benachteiligungen abzubauen.

Ihre konkrete Aufgabe ist es, Familien bei ihren Erziehungsaufgaben zu unterstützen und jungen Menschen ein sicheres Aufwachsen zu gewährleisten. Um diesen Auftrag wahrnehmen zu können, muss Jugendhilfe im Lebensumfeld, dem Sozialraum und dem Quartier der Menschen ansetzen und frühzeitig Unterstützungsmöglichkeiten bereitstellen. Das dazu notwendige Investment lohnt sich auf lange Sicht, denn es verhindert häufig negative Bildungskarrieren und beugt teuren Dauerhilfen vor. Seit vielen Jahren ist die Jugendhilfe starken Herausforderungen ausgesetzt: Bei steigendem Bedarf stehen weniger qualifiziertes Personal und nur begrenzte Finanzmittel zur Verfügung.

Deshalb muss die Jugendhilfe gestärkt werden. Ressourcen müssen auch da ankommen, wo sie gebraucht werden, denn Prävention und Unterstützung in der Erziehung ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe und Bildungserfolg. Für eine Jugendhilfe, die die Schwächsten schützt und stärkt!

Kinderschutz zuverlässig sichern! Alle Kinder in Göttingen sollen verlässlich geschützt und versorgt werden. Dafür braucht es stabile Strukturen, klare Verfahren und eine Jugendhilfe, die Gefährdungen früh erkennt und konsequent handelt.

Jugendhilfe finanziell stärken – auch in schwierigen Haushaltslagen! Die Jugendhilfe muss ausreichend finanziert werden, damit sie ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen kann. Einsparungen oder Personalabbau dürfen nicht zulasten der Qualität oder der Kinder und Familien gehen.

Jugendhilfe präventiv und sozialraumorientiert weiterentwickeln! Die Jugendhilfe soll konsequent auf Prävention, frühe Unterstützung und Orientierung am Bedarf vor Ort ausgerichtet werden. Angebote im Lebensumfeld – etwa in Quartiers-, Sozial- und Familienzentren – sollen gestärkt und ausgebaut werden.

Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Familien ernst nehmen! Hilfen sollen sich stärker am realen Bedarf orientieren. Kinder, Jugendliche und Eltern müssen ihre Perspektiven wirksam einbringen können. Rückmeldungen sollen systematisch erhoben und zur Qualitätsentwicklung genutzt werden.

Gute Zusammenarbeit und starke Fachkräfte sichern! Die Kooperation zwischen öffentlichen und freien Trägern soll vertrauensvoll ausgebaut werden. Gleichzeitig braucht es intensive Personalentwicklung und hochwertige Fortbildungen, damit Mitarbeitende neue Konzepte erfolgreich umsetzen und weiterentwickeln können.

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5 – Bildung auf die Eins – für eine gerechte und zukunftssichere Bildung! [PDF zum Download]