Klima schützen! Artenvielfalt bewahren! Zukunft sichern!

Göttingen steht vor großen Herausforderungen. Klimaschutz, Klimafolgenanpassung, der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Erhalt der Artenvielfalt sind entscheidend, damit unsere Stadt auch für kommende Generationen lebenswert bleibt. Lasst uns diese Herausforderungen bewältigen, indem Verwaltung, Politik und wir alle als Stadtgesellschaft gemeinsam handeln! Entscheidungen müssen dazu konsequent an Klimaresilienz, ökologischen Anforderungen und sozialer Verantwortung ausgerichtet werden!

Klimaschutz entschlossen voranbringen

Als Grüne setzen wir auf klare Leitlinien, die ein entschlossenes Handeln bestimmen, um die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern, Entscheidungen von Politik und Verwaltung müssen einem strengen, verbindlichen Klimavorbehalt unterliegen. Der Klimabericht 2024 ist zu dem alarmierenden Ergebnis gekommen, dass Klimaneutralität bis 2030 nicht erreichbar ist. Dies muss uns als Mahnung und darf nicht als Ausrede gelten. Daher setzen wir auf einen überprüfbaren Reduktionspfad, der jährlich öffentlich bewertet und dem Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts von 2021 gerecht wird, damit Klimaneutralität 2040 erreicht werden kann.

Wir werden die lokale Energiewende beschleunigen: Fernwärme wird dekarbonisiert, Nahwärmenetze wachsen, Solarenergie wird umfassend genutzt und Windenergie im Rahmen der vorhandenen geeigneten Flächen entsprechend dem Teilflächennutzungsplan ausgebaut. Dieser Prozess wird von der Energieregion Göttingen und der Bürgerenergiegenossenschaft als zentrale Partner für lokale Wertschöpfung und Beteiligung begleitet. Wir fordern den Rückkauf der privatisierten Anteile der Stadtwerke der EAM GmbH und der Gelsenwasser AG. Die Energieversorgung gehört in öffentliche und Bürger*innen-Hand. Somit können die Stadtwerke ein belastbarer Partner in der Energiewende werden, ohne von Investor*innen zurückgehalten zu werden. Zugleich stärken wir Göttingens Widerstandskraft gegenüber den Folgen der Klimakrise. Auf Grundlage des Starkregenschutzplans sowie der Hitzegefahrenkarte müssen umgehend Vorsorgepläne aufgestellt und Maßnahmen umgesetzt werden. Mit dem Schwammstadt-Prinzip verbinden wir Starkregen- und Hitzeschutz und erhöhen die Resilienz der gesamten Stadt. Dabei werden Flächen so umgestaltet, dass sie Wasser aufnehmen und speichern und zur Kühlung dienen. Wir wollen Straßen- und Stadtbäume konsequent pflanzen, schützen und pflegen, da sie zentral für die Kühlung, den Wasserrückhalt und ein gesundes Stadtklima sind.

Klimavorbehalt für alle Entscheidungen – mit klarem Zielpfad bis 2040! Politische Entscheidungen werden auf ihre Auswirkungen auf Treibhausgase, Klimaanpassung, Ressourcenverbrauch und soziale Folgen geprüft – auch über bestehende Umweltverträglichkeitsprüfungen hinaus.

Energiewende vor Ort beschleunigen – Wärmenetze, Solar und Wind gemeinsam ausbauen! Die im Nds. Klimagesetz verankerte Solarpflicht für Neubauten und bei Dachsanierungen muss umgesetzt werden. Großflächige Einkaufsmärkte und Industriehallen sowie Parkplätze sind wichtige Flächen für den Zubau von Photovoltaik (PV). Wir unterstützen PV und Solarthermie auf allen öffentlichen Gebäuden als neuen Standard und fördern diese durch kommunale Förderprogramme auch verstärkt auf privaten Gebäuden. Wir fördern die naturverträgliche Nutzung der vorhandenen Windflächen (inklusive Repowering) und unterstützen die Göttinger Bürgerenergiegenossenschaft.

Energiewende unabhängig gestalten! Wir setzen uns dafür ein, die privatisierten Anteile der Stadtwerke als Stadt von der EAM GmbH und der Gelsenwasser AG zurückzukaufen, um die Energiewende von Investor*innen unabhängig zu gestalten.

Göttingen klimafest machen – Hitze- und Starkregenschutz als Pflichtaufgabe! Um den Extremwetterschutz vor Ort zu stärken, werden wir den Starkregenschutzplan konsequent umsetzen.Die Hitzegefahrenkarte wird um einen Hitzeaktionsplan ergänzt und dieser wird umgesetzt. Wir stellen wirksame Vorsorgepläne auf und arbeiten dazu u.a. mit den zuständigen Stellen von Feuerwehr und THW (Technisches Hilfswerk) zusammen. Der Schutz und die Nachpflanzung von Straßen- und Stadtbäumen sind verbindlich.

Natur schützen, Stadtgrün stärken, Artenvielfalt sichern

Parks, Grünzüge, renaturierte Leineabschnitte, naturnahe Beweidung, der Stadtwald und die oft unmittelbar an die Bebauung grenzenden Landschafts- und Naturschutzgebiete bilden ein wichtiges Netz für Klimaresilienz, Artenvielfalt und Naherholung. Durch eine starke Blau- Grüne Infrastruktur verbinden wir Gewässer, städtische Grünflächen, Schutzgebiete und Wald zu einem widerstandsfähigen Gesamtsystem. Um den wertvollen Baumbestand auch in Privatgärten zu sichern, sorgen wir für dessen langfristigen Schutz durch eine verbesserte Baumschutzsatzung. Eine Förderung für eine vierte Klärstufe der Kläranlage sollte beantragt werden. Für eine Fördermöglichkeit sollte insbesondere beim Nds. Umweltministerium um Unterstützung ersucht werden.

Unsere Stadt verfügt über eine vielfältige urbane Natur, die für das Stadtklima, die Lebensqualität und die Erholung von großer Bedeutung ist. Trotzdem verlieren viele Arten im dicht genutzten Stadtraum ihre Rückzugsorte und Nistplätze. Wir setzen uns für eine vorausschauende Biodiversitätsstrategie ein, die neue Lebensräume auch durch Biotopverbünde schafft und Göttingen zu einer naturfreundlichen Stadt fortentwickelt, in der die Artenvielfalt sichtbar und erlebbar ist. Dafür wollen wir ein systematisches Biodiversitätsmonitoring in Kooperation mit lokalen Akteur*innen etablieren. Wir sehen Maßnahmen für Gebäudebrüter und Insekten, wie zum Beispiel das Fördern von artenreichen Wiesen und Blühflächen mit Wildstauden und möglichst auch die Minimierung von Lichtverschmutzung, als zentrale Aufgaben im lokalen Artenschutz. Zugleich muss auch eine Anlaufstelle für Fundtiere – zum Beispiel in Form eines Tierheims – geschaffen werden, damit diese nicht zu einer Bedrohung für lokale Tierarten werden oder verelenden.

Um Böden und Stadtklima zu schützen, fordern wir, dass jede neue Versiegelung durch Entsiegelung im gleichen Umfang im Stadtgebiet ausgeglichen wird. Wir setzen uns für naturnahe Gärten, Regenwasserversickerung und Gebäudebegrünung als Standard moderner Stadtentwicklung ein. Schottergärten und vollversiegelte Vorgärten gehören der Vergangenheit an! Klimaangepasstes Bauen, von Begrünung über Verschattung bis zu Regenwassernutzung, stärkt die Lebensqualität der Menschen in unserer Stadt. Daraus ergibt sich für uns auch, dass nicht-förderfähige Bauvorhabeneiner besonderen Prüfung unterzogen werden müssen.

Grüngürtel Göttingen stärken! Die Renaturierung der Leine wird ebenso fortgeführt wie die Weiterentwicklung des Stadtwaldes zum Schwammwald. Gewässerstrukturen, Grünzüge und Biotope werden miteinander vernetzt. Ebenso setzen wir uns dafür ein, dass Stadtbäume durch eine überarbeitete, dem Klimawandel angepassten Baumschutzsatzung (auch auf Privatflächen) besser geschützt werden.

Artenvielfalt und urbane Naturräume fördern und stärken! Ökologisch resiliente Pflege städtischer Grünflächen, Förderung artenreicher Strukturen im Siedlungsraum, Schutz von Stadtbiotopen und Vernetzung von Biotopverbünden sowie ein systematisches Biodiversitätsmonitoring in Kooperation mit lokalen Akteur*innen werden mit uns zur Pflicht. Dazu gehört auch die Schaffung einer Anlaufstelle für Fundtiere. Dabei setzen wir bei der Bepflanzung ausschließlich auf heimische oder klimaangepasste Arten. So wird Göttingens urbane Natur langfristig erhalten und weiterentwickelt.

Mehr entsiegeln als neu versiegeln! Durch einen Entsiegelungskataster, klare Priorität für Innenentwicklung und Nachverdichtung sowie konsequente Natur- und Artenschutzprüfungen wird dafür gesorgt, dass entsiegelte Flächen verpflichtend begrünt und, wo möglich, durch zusätzliche Baumpflanzungen ökologisch aufgewertet werden. Wir fordern weiterhin, den Dragoneranger wieder in den Landschaftsschutz aufzunehmen. Mit seinem wertvollen Boden, seiner Funktion als Kaltluftschneise sowie als Tor zum Naherholungsgebiet an der Leine darf dieses sensible Areal nicht der Versiegelung preisgegeben werden. Die bestehende Ausweisung als Gewerbe- und Industriegebiet ist angesichts der verschärften Klimakrise ökologisch nicht mehr vertretbar und muss im Zuge einer Änderung des Flächennutzungsplans revidiert werden. Wir bleiben dran!

Naturnahe Gärten & klimaangepasstes Bauen! Eine Satzung für naturnahe Gestaltung, Dach- und Fassadenbegrünung, Regenwasserversickerung und klimaangepasstes Bauen in allen Neubau- und Sanierungsprojekten gewährleistet eine Prüfung aus Naturschutz- und Umweltsicht.

Gemeinsam für ein grünes, klimastarkes Göttingen

Göttingen hat erste Schritte zu einer lebendigen, klimawirksamen Stadtgestaltung gemacht. Sommerstraßen, temporär für den Autoverkehr gesperrte Straßen mit Aufenthaltsangeboten und Pop-up-Parks, kurzfristig eingerichtete kleine Grün- und Aufenthaltsflächen sind erste Impulse die wir weiter ausbauen werden! Darüber hinaus wollen wir mobile Hochbeete, begrünte Elemente und Rankpflanzen über Straßenräumen aufbauen, die Schatten spenden und das Mikroklima verbessern. Solche Maßnahmen entlasten öffentliche Räume in Hitzeperioden spürbar und wandeln unsere sonst von Hitze geplagten Stadträume zu lebendigen, klimaaktiven Orten mit hoher Aufenthaltsqualität. Es bedarf aber auch, das eigene Handeln im öffentlichen Raum zu reflektieren. Wir haben zu viel Müll in unserer Stadt, diesen werden wir reduzieren! Eine Verpackungssteuer, wohnortnahe Sammelstellen und Reparaturinitiativen treiben die Abfallwende voran, sorgen für eine saubere Stadt und schützen das Klima. Gleichzeitig lohnt es sich finanziell, denn die Mehreinnahmen aus der Verpackungssteuer können etwa für Reparaturboni in zertifizierten Werkstätten eingesetzt werden. Hierbei werden wir auch die Initiative des Landes Niedersachsen für den Ausbau von Reparaturwerkstätten berücksichtigen.

Klimaschutz gelingt jedoch nur gemeinsam: Göttingen verfügt über viele Initiativen, Beratungsangebote und Projekte. Wir werden uns dafür einsetzen, dass sie sichtbarer, leichter zugänglich und besser vernetzt werden. Vor der eigenen Haustür können Bürger*innen viel bewirken: von insektenfreundlichen Pflanzungen über kleine Entsiegelungen bis zur Installation von Nisthilfen und gemeinschaftlichen Aktionen in der Nachbarschaft. Hier fördern und informieren wir und schaffen Anreize wie Klimabudgets oder Wettbewerbe, beispielsweise zur Entsiegelung, Begrünung oder Installation von kleinen Solaranlagen, sogenannten förderfähigen Balkonkraftwerken.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass all dies für strukturell bereits belastete Personen eine nicht zu stemmende (finanzielle) Mehrbelastung bedeuten kann. Hier werden wir zuverlässig unterstützend zur Seite stehen! Klimaschutz und damit auch die eigene Zukunft darf nicht vom eigenen Geldbeutel abhängig sein!

Die Göttinger Umweltverbände und Klimaschutzinitiativen und das Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum (GUNZ) mit ihrer Expertise im Bereich Umwelt-, Klima und Naturschutz sind wichtige Partner für Bürger*innen, Verwaltung und Politik. Für ihre Arbeit sichern wir ihnen langfristig ausreichende finanzielle Unterstützung zu.

Sommerstraßen & klimaaktive Stadtgestaltung! Durch ein jährliches Programm für Sommerstraßen, Pop-up-Parks und klimaaktive Stadträume schaffen wir naturnahe Begegnungs- und Erholungsräume!

Abfallwende starten! Durch die Einführung einer Verpackungssteuer, wohnortnahe Sammelstellen und Reparaturinitiativen fördern wir eine saubere Stadt und stärken gleichzeitig die Kreislaufwirtschaft. Hierbei setzen wir auf die Verknüpfung bestehender Mehrwegpfandsysteme.

Gemeinsam für die Transformation! Durch Förderungen, Wettbewerbe und Klimabudgets sowie niedrigschwellige Zugänge zu bestehenden Angeboten stärken wir gemeinschaftliches Engagement vor Ort. Die finanzielle Förderung der Arbeit der Göttinger Umweltverbände und des GUNZ wird langfristig gesichert.

Klimaanpassung solidarisch gedacht! Mit uns hängen Klimaschutz und Klimaanpassung nicht vom Geldbeutel ab, denn wir wollen beides mit finanzieller Entlastung verbinden. Menschen in Göttingen, die strukturell benachteiligt sind, werden wir dabei besonders berücksichtigen und unterstützen.

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1 – Klima schützen! Artenvielfalt bewahren! Zukunft sichern! [PDF zum Download]