Feministisch und queer durchs Land

Geschlechtliche Vielfalt braucht Akzeptanz und Sichtbarkeit im städtischen, aber vor allem auch im ländlichen Raum. Für das gute Leben für alle braucht es intersektionalen Queerfeminismus. Denn Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, trans* und agender Personen (FLINTA*) sind immer noch und in zunehmenden Maßen von Diskriminierung betroffen. Es braucht aus unserer Wahrnehmung mehr Sichtbarkeit von und Unterstützung für feministische und queere Strukturen und mehr Bildung zur vorurteilsfreien Anerkennung aller Geschlechtsidentitäten. Wir wollen empowern und das Gefühl von Sicherheit privat wie im öffentlichen Raum vermitteln.

Wir brauchen einen öffentlichen Raum, der Vielfalt mitdenkt und schafft. Wir setzen uns daher für eine verlässliche Finanzierung der CSDs ein und unterstützen queere Vernetzung vor Ort. Dazu gehört auch, an queeren Aktionstagen die Pride Flag auf öffentlichen Gebäuden zu hissen. Darüber hinaus müssen FLINTA*-Personen auch im Alltag mitgedacht werden. Kostenlose Menstruationsprodukte in Schulen und Gemeindehäusern sind kein Nice-to-have. Wir befürworten mehr öffentlich zugängliche Informationen zu GewaltschutzhotlinesBeratungsstellen und queeren Angeboten im Landkreis.

Wir möchten generationsübergreifende queere Treffs und die Vernetzungen im ländlichen Raum stärken. Projekte wie das „feministische Dorfgeflüster“, „Diversitätsoffener Landkreis“ und Treffs der „Queeren Landjugend“ sollen auch in unseren Dörfern zu finden sein. So gelingt Teilhabe, der Kampf gegen Vereinsamung und der Austausch von Jung und Alt über feministische und queere Themen. Wir befürworten queer-sensible Weiterbildungen von Pädagog*innen und Pfleger*innen zum Umgang mit queeren Senior*innen. Akteure wie der Verein der Freien Altenarbeit und der Verein niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB) müssen hierbei auch weiterhin finanzielle Mittel für Workshops und Projekte erhalten. 

Wir wollen die Antidiskriminierungsarbeit und politische Bildung im ländlichen Raum stärken und queersensibel ausgerichtet werden. Dorfentwicklungsprojekte sollen verstärkt auch queerfeministische Perspektiven berücksichtigen. Mit diesem Ansatz und mit einem Konzept sowie entsprechenden Multiplikator*innen soll es gemeinsam gelingen, wichtige lokale Akteure wie Feuerwehren, Schützenvereine und Sportclubs zu sensibilisieren und das Thema zu verankern, durch z.B. Vielfalts- bzw. AntidiskriminierungsbeauftragteAufklärungsprojekte für Schulen wie SCHLAU und Mit Sicherheit verliebt (MSV) sowie andere freie Träger brauchen verlässliche Finanzierung. Wir fördern Bildung zu kritisch-solidarischer Männlichkeit, und Empowerment-Programme für FLINTA*s in klassisch männlich gelesenen Bereichen.

Wir setzen uns für die sprachliche und alltagspraktische Anerkennung von FLINTA*-Personen ein und unterstützen eine geschlechtergerechte Sprache in Verwaltung und Öffentlichkeit sowie geschlechteroffene Kategorien in Vereinen und Safe Spaces, Toiletten und Umkleiden für FLINTA*-Personen in öffentlichen Einrichtungen.

Wir setzen uns zudem für mehr Sicherheit und Schutzräume für oftmals mehrfach diskriminierte FLINTA*-Personen im ländlichen Raum ein. Mobile, niedrigschwellige Beratungsangebote wie das Beratungsmobil der „Land-Grazien“ wollen wir stärken, Frauenhäuser bedarfsgerecht finanziell absichern und die psycho-soziale Nachbetreuung und intervenierende Täterarbeit ausbauen. Auch in der Geflüchtetenarbeit sehen wir die Notwendigkeit FLINTA* spezifischer Zugänge. Diese befürworten wir auch bei Vergabeverfahren im sozialen Wohnungsbau und fordern zudem gezielte Safer Spaces in Notunterkünften für wohnungslose und geflüchtete FLINTA*-Personen.

Im ÖPNV lassen sich (Heim-)Wege durch Wunschstopps und Heimwegtelefone sicher und inklusivgestalten.

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