
Erfolgreiches Wirtschaften kann langfristig nur innerhalb der planetaren Grenzen gelingen. Wir sind davon überzeugt, dass Unternehmen mit einem klaren sozial-ökologischen Kompass nachhaltigen Wohlstand sichern, Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Fokus unserer Wirtschaftspolitik sind innovative sowie klima- und umweltschonende Geschäftsideen, die Mensch, Klima und Natur neu zusammendenken, Suffizienz und Daseinsvorsorge als Leitgedanken verfolgen und so für eine Mehr an Lebensqualität im ganzen Landkreis stehen.
Damit ist die Förderung von regionaler und grüner Wertschöpfung in den Bereichen Infrastruktur und erneuerbare Energien, nachhaltiges Handwerk und grüne Informationstechnologie von großem Interesse. Die Ansiedelung von Unternehmungen im Bereich Bioökonomie und Green Tech für erneuerbare Energien, nachhaltigen Transport, ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft und Landwirtschaft, smarte Abfallwirtschaft und intelligente Gebäude befürworten wir.
Die Digitalisierung bietet für Unternehmen und Handwerk Potenziale für effektivere Strukturen und Prozesse, mehr Nachhaltigkeit und Innovationen und bleibende Verankerung in der Region. Wir setzen uns daher für den flächendeckenden Ausbau eines zuverlässigen Mobilfunknetzes und leistungsfähigen Internets im gesamten Kreisgebiet ein. Zudem wollen wir gerade für kleinere Betriebe Verfahren und Genehmigungen digital unterstützt vereinfachen und beschleunigen. Ein regelmäßiger Austausch mit der Handwerkskammer soll helfen, Probleme früh zu identifizieren.
Wirtschaftlicher Erfolg und soziale und ökologische Verantwortung schließen sich nicht aus. Immer mehr Unternehmer*innen begreifen dies als Voraussetzung für langfristigen Erfolg. Mit einer klar nachhaltig ausgerichteten Wirtschaftsförderung möchten wir die wirtschaftliche Attraktivität und Zukunft des Landkreises sichern und wollen insbesondere alle Modelle gemeinwohlorientierter Unternehmungengerne in Vernetzung mit wachsenden Initiativen der Kreislaufwirtschaft unterstützen. Diesen Fokus wollen wir auch in der öffentlichen Vergabepraxis pflegen. Zudem sehen wir in der gezielten Förderung von Existenzgründungen, Firmenübernahmen oder -fortführungen durch Frauen als Unternehmerinnenein großes Zukunftspotenzial.
Wir wollen das EU-Fördermittelmanagement stärken und strategisch ausbauen, um entlang der Angebote der Europäischen Union zur regionalen und lokalen Entwicklung und der kommenden EU-Landesförderstrategie Niedersachsen 2028 – 2034 Förderprogramme noch effektiver zu erschließen und auszuschöpfen und so den Landkreis wirkungsvoll voranzubringen.
Jedes Jahr suchen in Deutschland mehr als 100.000 Unternehmenseigentümer*innen eine Nachfolge – und scheitern oftmals. Wir möchten als Landkreis Pionierregion werden und Modelle zur Eigentumsübernahme durch die Unternehmensbelegschaften, wie z.B. beim Göttinger IT-Dienstleister Arineo, aktiv fördern und unterstützen. Belegschaftseigentum und -beteiligungen wirken sich nicht nur positiv auf Innovationen, Produktivität, Profitabilität und Klimaschutz aus, sondern sorgen auch für langfristige Stabilität, regionale Verankerung und Wertschöpfung. Betriebe in Belegschaftshand und damit demokratisierte Wirtschaftsstrukturen stärken demokratische Haltungen – auch gegen den Rechtsruck.
Ein nachhaltiger Tourismus ist ein wesentlicher Schlüssel für eine florierende Tourismuswirtschaft mit zukunftsfesten Arbeitsplätzen in der Region. Wir wollen damit einen klimaschonenden, ökologisch verantwortlichen und sanften Tourismus zwischen Harz, Werra-, Weser-, Fulda- und Leinetal, Kaufunger Wald und Eichsfeld gezielt fördern und damit den ländlichen Raum im Landkreis stärken und attraktiv machen. Wir wollen den wachsenden Radtourismus mit der Idee des nachhaltigen Tourismus und der Förderung von Nachhaltigkeitszertifizierungen verknüpfen und gezielt weiterentwickeln.
Trotz einer wahrscheinlich zunehmend angespannten Haushaltslage verzichten wir auf eine Privatisierungvon kommunalen Aufgaben und ihrer Träger und auf die Veräußerung von Immobilien und Liegenschaften.
Wir setzen uns außerdem für eine konsequente Divestment-Strategie des Landkreises ein. Dies umfasst den Rückzug aus Beteilungen, die Gewinne primär durch fossile Energien erzielen. Kreditinstitute, an denen der Landkreis beteiligt ist, sollen ihre Kund*innen dafür sensibilisieren. Sie sollen auch gezielte Desinvestition betreiben und Investitionen in Finanzprodukte zurückfahren, die ethische und soziale Standards verletzen und klima- bzw. umweltschädlich sind. Stattdessen sollen sie Investments zukunftsweisend in nachhaltige, regionale und gemeinwohlorientierte Anlageprodukte lenken.