Mobilität – für alle, wenn es darauf ankommt

Wie? Wohin? Wie schnell? Wie teuer? Das sind die zentralen Fragen beim unterwegs Sein. Doch für uns ist bezahlbare, komfortable Mobilität auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und des Zusammenhaltes – in der Stadt wie im ländlichen Raum und dazwischen.

Mobilsein im ganzen Landkreis und darüber hinaus braucht klimaneutrale Möglichkeiten, mit und jenseits des eigenen Autos. Egal ob auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Sport oder Kino, Theater oder Kulturevent – wir stellen sicher, dass niemand abgehängt wird und sorgen für klimafreundliche Mobilität für alle, wenn es drauf ankommt.

Mobilität bedeutet für uns jedoch nicht nur Menschen, Verkehr und Wege integriert, inklusiv, barrierefrei und nachhaltig zu denken. Mobilität und Verkehr bedeuten für uns vor allem auch „Vision Zero“: Es darf keine Verkehrstoten mehr geben! An diesem Ziel müssen sich alle Mobilitätskonzepte und Verkehrsinfrastruktur ausrichten.

Für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) werden wir für ausgewählte Gebiete im Kreisgebiet ein attraktives On-Demand-Pilotmodell beantragen und in der Praxis erproben. Mittelfristig sollten On-Demand-Verkehre dann schrittweise als Ergänzung des ÖPNV im Gebiet des Zweckverbands Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) ausgedehnt werden.

Diese Idee wollen wir verbinden und Mobilitätsvorreiter und Modellregion für ein flächendeckendes, autonomes Busangebot werden. Selbstfahrende Busse und Shuttles sind der ÖPNV-Booster und Mobilitätsgarant gerade für den ländlichen Raum.

Die Verkehrsunternehmen sollen bei künftigen Ausschreibungen aufgefordert werden, ihre Flotte auf E-Fahrzeuge umzustellen und damit die Vorgaben des Gesetzes über die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge umzusetzen.

Wir wollen mit der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen für einen verlässlichen und pünktlichen Zugverkehr in unserer Region sorgen. Im Bereich der LNVG sollte die Fahrradmitnahme – wie in Thüringen und Hessen – zukünftig kostenlos sein. Der Schienen-Nahverkehr zwischen Göttingen und Kassel muss weiterentwickelt und ertüchtigt werden. Der Bahnhaltepunkte Rosdorf, für dessen rasche Etablierung wir uns einsetzen, ist hierfür ein wichtiger Baustein. Wir wollen außerdem den HaltepunktKragenhof reaktivieren. Beim Neubauprojekt „Kasseler Kurve“ müssen angemessene Lärmschutzmaßnahmen entlang der Strecke Hann. Münden – Kassel realisiert werden. Darüber hinaus befürworten wir, dass die Strecke von Göttingen nach Bodenfelde ertüchtigt und ausgebaut wird.

Der Busverkehr im Landkreis ist Rückgrat zwischen Kommunen, Stadt und Land. Wir wollen eine Busverbindung zwischen Gieboldehausen und Herzberg einrichten. Umsteigepunkte im Landkreis wollen wir hochwertig und attraktiv gestalten und dort nach Möglichkeit auch Ladestationen für Pendler*innen mit E-Autos und E-Bikes schaffen.

Für die Koordinierung des ÖPNV in Stadt und Landkreis schaffen wir eine gemeinsameMobilitätsleitstelle. Eine Integration des Schienenpersonennahverkehrs in die Zuständigkeit des ZVSNstreben wir perspektivisch an.

Auch die Überlandbusse wollen wir in die örtlichen Busvorrangschaltungen und Meldesysteme für Umsteigende einbinden.

Wir setzen uns für die Verbesserung des Streckenangebotes zwischen Osterode und Altenau und ins Sösetal ein.

Mittel- bis langfristig streben wir an, ein kreisweites lückenloses Radwegenetz vorzuhalten, das wie das Straßennetz ganz selbstverständlich zur Daseinsfürsorge gehört. Dafür muss der Landkreis für bestimmte Strecken auch eigene Radwege planen, erstellen und in Abschnitten auch in eigener Trägerschaft unterhalten und die Tätigkeiten der Kommunen und anderer Akteure im Kreis koordinieren. Wir setzen uns hier für ein Konzept zur Umsetzung dieser Idee „Radnetz 100“ ein.

Prinzipiell geht es darum, Gemeinden/Ortsteile vorrangig mit den Mittel- und Oberzentren zu vernetzen. Zusätzlich hat für uns die Verknüpfung des Radwegenetzes mit Bahnhöfen, Busbahnhöfen sowie mit Ausflugs– und Freizeitzielen Priorität. Denn gerade der Urlaub mit und auf dem Rad wird immer beliebter und bietet die Chance eines nachhaltigen Tourismus als starker Wirtschaftsfaktor in unserer Region.

Wir wollen unsere Kommunen im Landkreis bei der Erstellung von innerörtlichen Radverkehrskonzeptenunterstützen. Unser Ziel ist die Trennung von Rad- und Autoverkehr außerhalb der Tempo-30-Zonen, wo immer möglich. Wir wünschen uns mehr RadschnellwegverbindungenVorhandene Radwege sollen Zug um Zug auf die gestiegenen Anforderungen in der Nutzungsintensität durch viel mehr Radfahrende auch mit Cargo-Rädern, Lastenbikes und Fahrrädern mit Anhängern und durch Rollstuhlfahrende verbreitertund nach Bedarf ausgebaut werden. Radwege sollen deutliche Seitenmarkierungen erhalten, die auch nachts erkennbar sind. An zentralen Umstiegspunkten möchten wir vermehrt Schließfächer mit Steckdosen, Toiletten und gesicherte Radunterstände einrichten. Wir unterstützen und fördern Kommunen im Landkreis bei der Errichtung von sicheren und überdachten Abstellanlagen – auch für Lastenräder – an öffentlichen Gebäuden und Schulen im Rahmen des Masterplans zukunftsfähiger Radverkehr.

Mit einem Lastenradförderprogramm wollen wir den Kauf und Unterhalt von ausleihbaren Lastenrädern, als praktische Option für Kind und Einkauf und günstige Alternative zum eigenen PKW, in den Kommunen unterstützen. Außerdem möchten wir uns im weiterhin für Carsharing-Angebote für Elektroautos imLandkreis einsetzen und diese fördern.

Im Anschluss an den Radschnellweg von Göttingen nach Rosdorf wollen wir die Radverbindung möglichst kreuzungsfrei über den Ascherbergkreisel in Rosdorf weiterführen.

Wir beabsichtigen zudem, einen Modellradweg im Rahmen eines Verkehrsversuchs zu beantragen, bei dem auch die Befahrung mit S-Pedelecs mit Geschwindigkeiten bis 45 km/h möglich ist.

Der Fußverkehr muss, insbesondere für die „letzte Meile“ gestärkt und sicherer werden. Das kann gelingen durch intakte Fußwege, die möglichst barrierefrei für alle nutzbar sind. Auch Ampelschaltungen sollten sich vor allem am Bedarf von Fußgänger*innen ausrichten. Die Zeit der Bettelampeln ist vorbei!

Straßen und insbesondere Brücken sind in einem guten Zustand zu erhalten. Für abgängige Brücken sind vor Sperrung oder Abriss Planungen für Ersatzbauwerke zu erstellen und in baureifen Zustand zu überführen. Das Netz an Ladesäulen auf Kreisliegenschaften werden wir für Rad und Auto weiter ausbauen.

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3 – Mobilität für alle – für alle, wenn es darauf ankommt [PDF zum Download]