Antrag zur 38. Sitzung des Rates der Stadt Göttingen am 13. März 2026
Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, eine städtische Strategie zur nachhaltigen Bodenbevorratung zu erarbeiten.
Ziel der Strategie ist es, durch ein vorausschauendes und strategisches Flächenmanagement langfristig finanzielle, stadtentwicklungspolitische und gemeinwohlorientierte Mehrwerte für die Stadt Göttingen zu schaffen. Um für städtische Ziele wie Wohnungsbau, Gewerbe und Naturschutz ausreichend Flächen vorzuhalten, sollen vorausschauend Flächen erworben werden, um den stadteigenen Bestand sukzessive zu erhöhen.
Dabei sollen insbesondere folgende Aspekte berücksichtigt werden:
- Grundsätze einer aktiven und nachhaltigen Bodenpolitik, einschließlich Kriterien für Ankauf, Entwicklung, Vergabe und langfristige Bindung städtischer Flächen.
- Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit, zum Beispiel mit den Gemeinden Rosdorf und Bovenden, etwa zur gemeinsamen Flächenentwicklung oder Abstimmung strategischer Ziele.
- Die Auswertung bewährter Praxisbeispiele anderer Kommunen, unter anderem der Stadt Ulm, die seit Jahren eine strategische und erfolgreiche Flächenbevorratung betreibt.
- Eine Einschätzung der finanziellen Auswirkungen und Potenziale für den städtischen Haushalt.
Zum Ziele der Förderung der Interkommunalen Zusammenarbeit soll eine Diskussionsrunde aller drei Räte angestrebt werden.
Begründung:
Grund und Boden sind eine zentrale und nicht vermehrbare Ressource kommunaler Entwicklung. Eine aktive und strategische Bodenbevorratung ermöglicht es der Stadt, frühzeitig Einfluss auf städtebauliche Entwicklungen zu nehmen, Preissteigerungen abzufedern und langfristig finanzielle Vorteile zu erzielen.
Durch ein vorausschauendes Flächenmanagement können kommunale Ziele wie bezahlbarer Wohnraum, nachhaltige Gewerbeansiedlung, Klimaanpassung und soziale Infrastruktur besser gesteuert und abgesichert werden. Gleichzeitig stärkt eine solche Strategie die Handlungsfähigkeit der Stadt gegenüber kurzfristigen Marktinteressen.
Erfahrungen anderer Kommunen, wie zum Beispiel der Stadt Ulm, zeigen, dass eine konsequente Bodenbevorratung sowohl stadtentwicklungspolitisch als auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Auch eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit bietet die Chance, Flächenpotenziale über Stadtgrenzen hinweg strategisch zu nutzen und Synergien zu heben.
Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung einer klaren und langfristig angelegten Strategie zur nachhaltigen Bodenbevorratung ein wichtiger Schritt für die zukünftige Entwicklung der Stadt Göttingen.